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Brauch des Osterbrunnens

 
 

Markt Postbauer-Heng

Heimatpflege


Brauch des Osterbrunnens

Osterbrunnen - Deutschordensbrunnen

Osterbrunnen in Kemnath

Entstehung � Verbreitung

Der Brauch, zu Ostern Brunnen zu schmücken, ging wohl seit Beginn des 19. Jahrhunderts von zwei Regionen Oberfrankens aus. Der �Osterbrunnen� lässt sich auf die Fränkische Schweiz, die in ihren Karstgebieten von Wassermangel und -armut geprägt ist, zurückführen. Daneben ist auch noch der Hummelgau (Gegend um Bayreuth) von Bedeutung. Trat der Brauch auch noch nach 1945 hauptsächlich in diesen beiden Regionen auf, so ist bald eine Ausweitung auf ganz Oberfranken festzustellen; seit zehn bis fünfzehn Jahren breitet er sich enorm nach Unter- und Mittelfranken und auch in die Oberpfalz aus.

Zur Phänomenologie des Brauchs

Ursprünglich wurde der Brunnen am Ostersamstag von Frauen mit einfachen Birkenzweigen geschmückt. Mittlerweile wird er meist während der Karwoche von Heimat- und Brauchtumsvereinen oder von Frauenbünden verschönert. Im Laufe des 19. und des 20. Jahrhunderts (nach 1945) nahm der Schmuck immer mehr zu. Es entstanden kleine Kunstwerke aus Grünzeug, Gebinden und vor allem bemalten Eiern, deren Zahl bei einzelnen Brunnen zum Teil in die Tausende geht. Diese enorme und teilweise doch stark übertriebene Zunahme des Brunnenschmucks ist sicherlich erklärbar aus einem gewissen Konkurrenzverhalten brunnenschmückender Gemeinden untereinander. Wie sehr sich der Brauch des Brunnenschmückens wandelt, mag die Tatsache unterstreichen, dass mittlerweile auch Dorfweiher in oben beschriebener Manier geschmückt werden.

Zur Symbolik des Brauchs

Wie vorher erwähnt, entstand der Brauch in einer wasserarmen Region. Mit dem Brunnenschmücken zu Ostern verband sich die Hoffnung, dass das Wasser - ähnlich der wasserreichen Osterzeit - auch im Sommer nicht versiegen möge. Dass der Brauch mit der Osterzeit zusammenfällt, sagt aber auch einiges über die ihm innewohnende Symbolik aus. Ingeborg Weber-Kellermann nennt Ostern neben Weihnachten den brauchreichsten Termin im Kirchenjahr. Dabei ist ein Gleichklang kosmischer und christlicher Glaubensvorstellungen auszumachen; das große christliche Fest ist geprägt durch die Begegnung von Winter und Sommer, Vergehen und neuem Wachstum, Fasten und Verschwendung, Untergang und Erlösung, Kreuzigung (Tod) und Auferstehung (Leben), wobei letztlich die dem Leben zugewandten Elemente überwiegen. Bei solcher Beschreibung dieses hohen Festes bekommen auch Wahl des zu schmückenden Objektes wie auch der schmückenden Gegenstände eine neue Aussage und damit ein neues Gewicht. So war Wasser seit jeher mit dem Osterbrauchtum verbunden. Als Ursymbol der Schöpfung und Erneuerung spielte und spielt es in verschiedenen Formen (�Osterwasser� in seinen verschiedenen �Anwendungen�; Osterspaziergänge zu Brunnen und Quellen) gerade im Brauchtum der Osterzeit eine herausragende Rolle. Auch die Wahl von Grünzeug und vor allem von Ostereiern spricht für eine bewusste Hinwendung der Menschen zu einem neuen Jahresabschnitt. Gerade Ostereier gelten als beherrschendes Sinnbild des Osterfestes, als vollkommenes und makelloses Lebenssymbol, als Träger des Lebens und der Lebenserneuerung. Auch hier verdeutlicht sich eine Verschmelzung christlichen Auferstehungsglaubens mit vorchristlichem Naturkult. Ein Bericht vom April 1993 von unserem ehemaligen Heimatpfleger Ferdinand List �

Dank für Osterbrunnen

Seit vielen Jahren wird der Deutschordensbrunnen am Marktplatz durch die Frauen und Männer der UPW und der Dorfplatz in Kemnath durch das Osterbrunnen-Team geschmückt. Für die wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit aller, die sich in irgendeiner Form beteiligt haben, ein herzliches Dankeschön.
 
     
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