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Eisenbahn in der Oberpfalz II

 
 

Markt Postbauer-Heng

Heimatpflege


Das Eisenbahnzeitalter in der Oberpfalz II

Von der Eingleisschiene zum Bau der Zweigleisschiene und Hauptstrecke Regensburg - Nürnberg

Mit dem ersten Zug und der Dampflokomotive "Adler" hat die Eisenbahn den Landstraßen den Hauptteil des damaligen Waren- und Personenverkehrs entrissen. Ein neues, technisches und revolutionäres Verkehrsmittel hat seinen Siegeszug begonnen.
Gar nicht so weit entfernt von der ersten Eisenbahnstrecke in Deutschland, die am 7.12.1835 erstmals zwischen Nürnberg und Fürth benutzt wurde, liegt Postbauer. Die Erschließung von weiteren Eisenbahnstrecken war eine große Aufgabe. Vergleichsweise spät wurde die Strecke von Nürnberg nach Regensburg in Angriff genommen, denn im Westen Deutschlands waren schon ganze Schienennetze entstanden. Erst 1857 waren erste Pläne über den Bau einer Bahnlinie von Nürnberg nach Regensburg entstanden. Aber die Verwirklichung sollte sich bis Ende 1871 hinziehen. Wenn auch die Planungsphase sehr lang war, die Bauzeit war um so kürzer. 1869 wurde die Baugenehmigung für das Hauptstreckennetz Regensburg - Nürnberg erteilt. Finanzelle Grundlage war die private Aktiengesellschaft der Bayerischen Ostbahn. Der Bau dieses Hauptstreckennetzes mit seinen vielen Nebenstrecken erforderte große technische Arbeitsleistungen. Mit Unterstützung der Regierung ging die Erstellung der Linie ab 18. Jan. 1871 rasch von statten. Bis Dezember 1871 war die Teilstrecke von Regensburg bis Neumarkt/Opf fertig gestellt, trotz der großen Schwierigkeiten. Ein für die damaligen technischen Möglichkeiten rasantes Bautempo. Dies wurde durch die ungeheuere Begeisterung für die Industrialisierung erreicht. Vor allem die Arbeiten zwischen Seubersdorf und Neumarkt wurden immer wieder durch abrutschende Hänge verzögert. Sicherlich war die Arbeit hart und schwer und das Risiko der Gleisbauer für ihr Leib und Leben groß. Auch das Teilstück von Nürnberg über die Stationen Dutzendteich, Feucht, Ochenbruck und Postbauer wurde im Jahre 1871 fertiggestellt. So konnte nicht zufällig am 01.12.1871 in Postbauer wieder eine Postexpedition errichtet werden, nachdem die Poststation 1806 aufgelöst wurde. Diese neue Einrichtung stand in enger Verbindung mit der Bahn und Postbauer erlangte damit wieder eine verkehrstechnische Bedeutung. Der erste Bahnbeamte in Postbauer, der gleichzeitig Postexpeditior war, hieß Barlet.

Postbauer wird Zentralbahnhof

Beim Baulos Postbauer nach Neumarkt gab es dann viele Ablehnungen und Vorbehalte von Grundbesitzern, weil die Grundstückswegnahme für den Gleisbau notwendig war. Die Ablehnung galt dem "Ross des Teufels", dessen unaufhaltsames Vorrücken man sehr abneigend gegenüber stand. Die Baufortführung konnte nur durch den Einsatz von überweigend italienischen Fremdarbeiern gelingen, die im Rübleinshof (beim Bahnhof Burgthann) in Baubaracken untergebracht waren, täglich bis zu 12 Stunden arbeiteten und einen Stundenlohn von 48 Pfennig bekamen.

Die wirtschaftliche Entwicklung durch die Eisenbahn

Wenn auch das Leben auf dem Land sich durch die Eisenbahnlinie nicht veränderte, so sind doch die Großstädte deutlisch näher gerückt. Neumarkt war nun in 20 bis 30 Minuten erreichbar und die Eisenbahnfahrt nach Nürnberg dauerte noch 60 bis 90 Minuten. Ein Pferdefuhrwerk benötigte für die gleiche Strecke ca. sechs Stunden. Nun war es durch die Eisenbahn möglich, einer Arbeit in den Großstädten nachzugehen.

Das zwanzigste Jahrhundert

1894 wurde der zweigleisige Ausbau der Strecke geplant und ab 1900 in die Tat umgesetzt. Die Zweigleisigkeit der Strecke, die Verbesserung der Stationen, Brücken und Unterführungen trug zur Blüte des Eisenbahnverkehrs bei. Vor dem 2. Weltkrieg wurden viele Stationen und Bahnhöfe renoviert. Hervorzuheben ist aber die Renovierung des Bahnhofes Postbauer im Jahre 1937. Er erhielt als einziger Bahnof an der Strecke Nürnberg - Neumarkt/OPf eine neue Fassade und die Abstellgleise wurden so konzipiert, dass auch Sonderzüge für verschiedene Anlässe abgestellt werden konnten.


Zusammengestellt und erarbeitet von Ferdinand List, Heimatpfleger Postbauer-Heng
 
     
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