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Schloss zu Pyrbaum

 
 

Markt Postbauer-Heng

Heimatpflege


Das im Jahre 1853 abgebrannte Schloss zu Pyrbaum

(geschichtlicher Werdegang zum ehemaligen Schloss)

Recht schade ist, dass das Pyrbaumer Schloss nicht mehr steht. Man sieht nur noch den Burggraben mit Sandsteinquadern. Das Schloss erhob sich auf dem Platz, auf dem heute die katholische Kirche, die ehemalige Kapuziner-Hospizkirche steht, die Pfarrkirche der Schmerzhaften Mutter Gottes. Die ursprüngliche Kirche an diesem Platz ist aus der innerhalb des Schlossbereichs gewesenen Hofkapelle hervorgegangen, die im Jahre 1753 für den katholischen Gottesdienst eingerichtet wurde; das 1760 gegründete Kapuzinerhospiz dient seit der Säkularisation als Pfarrhof. Der große Brand von 1853, der das Pyrbaumer Schloss zerstörte, vernichtete auch diess historische Geotteshaus; man baute es zwar wieder auf, aber ein neuerlicher Brand im Jahre 1899 ließ auch diesen Bau in Schutt und Asche sinken. Seit 1901 steht an der Stelle ein Neubau mit moderner Einrichtung.
Um aber nochmals vom Pyrbaumer Schloss zu sprechen: der erste Schlossbau war der Sitz der im Mittelalter beurkundeten Herren von Pyrbaum, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts von den Herren von Wolfstein-Sulzbürg abgelöst wurden. Um diese Zeit waren auch die Herren von Jahrsdrof in Pyrbaum begütert. Als es im Jahre 1353 den Herren von Wolfstein-Sulzbürg gelang, sich der bayerischen Landeshoheit zu entledigen und die Burg Sulzbürg als kaiserliches Lehen zu erhalten, da gehörte auch Pyrbaum mit zum reichsunmittelbaren Besitz dieses angesehenen und reichen oberpfälzischen Adelsgeschlechtes. Wilhelm von Wolfstein-Sulzbürg erbaute um das Jahr 1493 in Pyrbaum ein neues Schloss und im Jahre 1527 bzw. 1540 wurde dem Dorf Pyrbaum von den Wolfsteinern die Marktgerechtigkeit und ein Wappen verliehen; letzteres zeigt einen Birnbaum, woraus sich der Name des Ortes erklären lässt.
Wegen des großen Wildbestandes errichteten die Herren von Wolfstein, die 1666 in den Reichsgrafenstand erhoben wurden, im Pyrbaum eine Jagdschule. Im Jahre 1740 starben die Reichsgrafen von Wolfstein-Sulzbürg aus und damit war auch für Pyrbaum die beste Zeit vorbei. Die Reichsherrschaften Sulzbürg und Pyrbaum kamen nach jahrelangen Erbstreitigkeiten zwischen den Grafen von Hohenlohe-Kirchberg und den Grafen von Giech-Thurnau, die mit den Wolfsteinern verwandt waren, im Jahre 1768 an das Kurfürstentum Bayern und zwar auf Grund der im Jahre 1566 vom Kaiser dem Herzog von Bayern gegebenen Lehensanwartschaft. Nach dem Tode des Kurfürsten Max Joseph wurden sie zwar vom Kaiser eingezogen, bald danach aber dem (letzten) Kurfürsten Karl Theodor (dem auch das Herzogtum Sulzbach gehörte) zurückgegeben. Das Amt Pyrbaum kam nach der Säkularisation im Jahre 1803 zum neugebildeten Landgericht Neumarkt.

Zusammengestellt vom Heimatpfleger Postbauer-Heng Ferdinand List

 
     
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