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Grenzsteine im Wald |
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Markt Postbauer-Heng
Heimatpflege
Grenzsteine im Wald
Grenzsteine im Wald deuten auf eine wechselvolle Geschichte innerhalb der letzten 200 Jahre in unserem Gemeindegebiet hin
Dieser Beitrag wurde teilweise aus der Festschrift über das Pflegamt des Deutschen Ordens Postbauer von 1271 – 1805 entnommen. Die Festschrift verfasste damals im Auftrag der Gemeinde der Historiker Roland Heinisch - Zusammengestellt von Hans Bradl - Der Deutsche Orden hatte in unserem Gemeindegebiet und darüber hinaus viele Besitztümer. Die Grundstücke - insbesondere die Wälder - waren mit großen Grenzsteinen markiert. Diese Grenzsteine trugen in der Zeit von 1271 – 1805 das Wappen des Deutschen Ordens.
Im Wald westlich von Kemnath sind noch einige Grenzsteine von den früheren 7 Markzeichen vorhanden, in denen das Deutschordenskreuz eingemeiselt und seit dem Jahr 1806 das Zeichen KW (Königlicher Wald) darüber gemeiselt wurde. Diese Grenzsteine verweisen auf den Wechsel des Deutschen Ordens nach der Säkularisation, als das Deutschordensgut an Bayern fiel und Bayern zum 01.01.1806 vom Kurfürstentum zum Königreich proklamiert wurde. Erster Bayerischer König wurde dann der Wittelsbacher „Maximilian Joseph“. Das Königreich Bayern gab es vom 01.01.1806 bis 09.11.1918; es wurde nach der Niederlage des 1. Weltkrieges aufgelöst. Bayern wurde dann als freier Volksstaat proklamiert. Ab 1919 ging der Königliche Wald in den Besitz des Freistaates Bayern über. In die Grenzsteine wurde dann das Zeichen „StW“ eingemeiselt, d. h. Staatswald.
Der Historiker Roland Heinisch verfasste in der Festschrift u. a. nachstehenden Artikel:
Vom Pflegschoss zum KulturhausIn einer Beschreibung der Verhältnisse im deutschordischen Pfl egeamt Postbauer von 1805 schrieb Legationsrat Schiber zum dortigen Schloss: Der Beamte hat hier ein gutgebautes geräumiges Schlösschen, mit einem Wassergraben umgeben, zur Wohnung. Dabei befinden sich 2 Stallungen, 1 Stadel, 1 Waschhaus, 1 großer mit vielen Obstbäumen besetzter und 2 kleinere Garten. Der 49jährige Sebastian Wilhelm Haffner bewohnte noch Ende April 1807 das Schlösschen, obwohl seine provisorische Tätigkeit als bayerischer Beamter schon seit dem 1. Oktober 1806 beendet worden war. Die soziale Lage seiner Familie hatte sich durch die veränderte politische Situation sehr verschlechtert, so dass Sebastian Haffner nicht umhin konnte ein Königliches Generallandes Kommissariat an eheste Qualifi zierung der allergnädigsten Zusicherung wegen meiner Unterhalts Bestimmung so submissesi, als dringend zu erinnern. Sollten aber besondere Verhältniße dießes etwa nicht so bald gestatten, so bitte ich allerunterthänigst, mir einstweilen per Abschlag die gegenwärtige Kasse Baarschaft allergnädigst anzuweisen, nachdem ich bereits über ein halbes Jahr brodlos bin, und die Last meines schweren Haushaltens mit Weib und 4 Kindern bei der übermässigen Theuerung aller Lebens Produkte mit jedem Tage mehr empfi nde, von dem Ungenehmen uner anderen nichts zu erwähnen, dass ich mit meiner Familie aus Großmuth des Schlossbesitzers schon so lange sein lästiger Hausgenosse seyn muss.
Die Schlossherren waren nicht mehr der Deutsche Orden und seine Amtsleute, sondern Peter Fürnkäß aus Postbauer-Heng hatte das Pflegschloss nebst Oekonomie Gebäuden, und Grundstücken auf oberpfälzischen Gebiet am 15. Dezember 1806 für 12 250 Gulden ersteigert und sich zur Aufbringung des Kaufpreises schwer verschuldet. Das Anwesen mit der Hausnummer 29 hatten sich die Postbauerer Familien Peter und Maria Anna Fürnkäs sowie der Schloßjakel Jakob und Barbara Fürnkäß geteilt, waren aber ihrer großen Schulden nicht mehr Herr geworden und mussten deshalb den Gerichtsvollzieher ins Haus lassen, wie aus zwei Urkataster erwähnten Briefen vom 26. März 1825 hervorgeht. Aus der Gantmasse des Schlossbesitzes erwarb der pensionierte königliche Hauptmann Johann Georg Friedrich Molzberger Schlossgebäude, Oekonomiegebäude mit Stallungen, Wasch- und Backhaus, Stadel, Schupfen und Hofraum mit Brunnen für einen günstigen Preis. Molzberger, dessen Familie aus Oppenheim stammte, war seit dem 31. Mai 1814 mit Maria Anna Caroline von Grundherr, einer Angehörigen des uralten Nürnberger Patriziergeschlechts der Grundherr, vermählt. Die neuen Schlossbesitzer waren offensichtlich so wohlhabend, dass sie für die gelegentlichen Fahrten von Postbauer nach Nürnberg ihren Sechsspänner einsetzten. Nach unbelegten Angaben von Thiermann habe Molzberger den Bergfried und die anderen Türme, sowie zwei Flügel des großen Gebäudes abtragen und den Schlossgraben auffüllen lassen. Zwanzig Jahre später, am 27. Januar 1845, kaufte diesen möglicherweise durch einen Verwalter heruntergewirtschafteten Gesamtbesitz mit weiteren in der Steuergemeinde Heng liegenden Grundstücken Johann Grad über 15000 Gulden. Johann Grad veräußerte diesen Besitz 1853 in zwei Teilen, deren einer umfasste die Oeconomiegebäude mit Stallungen, Stadel und Hofraum sowie einem Baum- und Wurzgarten, am 24. Februar für 4500 Gulden an den Metzger Joseph Keimel. Dieses neue Anwesen trug die Hausnummer 29 1/2. Dagegen gingen Schloss, Stadel, Wach- und Backhaus, Schupfe, Hofraum und Brunnen am 21. Dezember 1845 um 5644 Gulden 36 Kreuzer an Johann Wolfgang Stiller aus Altdorf. J. W. Stiller, der 1876 Witwer und Alleineigentümer übergab die Besitzungen für 11.800 Mark seinem Sohn Conrad Stiller, Oekonom, und dessen Braut, der Bauerntochter Margaretha Schwemmer aus Grub. 1905 saß bereits die dritte Generation auf dem Schloss und nach dem Tod von Margarethe Stiller, geb. Schwemmer, erhielten die Geschwister Barbara, Georg und Paul Stiller, einen Teil des Besitzes als Erbengemeinschaft. Vier Jahre später sollte Georg Stiller die alleinige Erbfolge antreten. Nach dem Tauschvertrag vom 2. Mai 1911 erwirbt der Neumarkter Kaufmann Ludwig Landecker von Georg Stiller kurzfristig den Schlossbesitz für 38.000 Mark, den der neue Besitzer schon am 9. Mai 1911 wieder an den ledigen Landwirtssohn Paul Stiller für 40.000 Mark samt dem Inventar weiterverkauft. Am 28. Juni 1917, während des Ersten Weltkrieges, kauft der Straßenbahnschaffner Adam Mertha aus Nürnberg das Schloss mit der gesamten Landwirtschaft für 38.000 Mark von Margarete Stiller, die als Bevollmächtigte auch für ihren nicht anwesenden Ehemann handelt, der im Heer gegen Frankreich Kriegsdienst leistet. Die Eheleute Stiller dürfen noch zwei Jahre unentgeltlich im Anwesen verbleiben und wird ihnen zur Wohnung das heizbare Zimmer im oberen Stocke bei der Stiege mit der anstoßenden Kammer hierzu eingeräumt. Kurz nach Kriegsende, geht das Schloss für 27.000 Mark an die Eheleute Johann und Franziska Ott über. Im Juli 1923 wird der Stadel beseitigt, nachdem schon Jahre zuvor der Schupfen teilweise abgebrochen worden war. Zu je einem Drittel teilen sich der Pfarrer Josef Stadler, die Rentnerin Rosina Stadler und die in Appertshofen lebende Haushälterin Margarethe Stadler den am 24. März 1938 erworbenen Schlossbesitz, der ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkrieges, am 10. Mai 1946, nach dem Tod des Pfarrers nur noch zwischen den Erben Rosina und Margarethe Stadler aufgeteilt ist und schließlich ab dem 14. Oktober 1948 Margarethe Stadler alleine gehörte.
Auch in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts sollte das zum Wohngebäude umgebaute Schloss seine Besitzer wechseln, bevor am 7. Juni 1990 die Gemeinde Postbauer-Heng das Schloss erwarb und es gründlich renovierte. Die Gemeinde hatte den Beschluss gefasst, im ehemaligen Zentrum des Deutschordensamtes Postbauer ein Kulturhaus einzurichten, das für Ausstellungen, Vorträge, Theater, Tanz und Musik, sowie als Bildungseinrichtung den Bürgerinnen und Bürgern und Gästen offenstehenden und Entfaltungsmöglichkeiten bieten soll. Am 22. Juni 1996 wurde das neu eingerichtete Haus der Kultur in Postbauer-Heng seiner Bestimmung übergeben und ihm ist zu wünschen, dass sich im ehemaligen Deutschordensschloss, das in den Jahrhunderten der deutschordischen Verwaltung ein Symbol für Herrschaft war, eine stets freie, tolerante, offene und vielgestaltige Kultur entfalten kann.
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| Rathaus Postbauer-Heng |
Tel. 09188/9406-0 Fax 09188/9406-10 markt@postbauer-heng.de
Öffnungszeiten: Mo.,Mi.,Fr. 07:30 - 12:00 Uhr Di. 07:30 - 13:00 Uhr Do. 07:30 - 12:00 u. 14:00 - 18:00 Uhr |
| Mitteilungsblatt Juli |

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| 4 Sattel-Feste im Land zwischen den Kanälen |

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| Wanderregion Postbauer-Heng |

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